Lexikonbeitrag

Planungsgrundsätze in der Logistik

Zukunftsfähigkeit entsteht durch Weitblick und Unabhängigkeit

Logistikplanung ist weit mehr als die Anordnung von Regalen, Fördertechnik und Verkehrswegen. Gerade in Zeiten wachsender Unsicherheiten und technologischer Vielfalt ist der Planungsansatz entscheidend: Wie weit denkt man voraus? Und wie unabhängig bleibt man dabei von einzelnen Systemanbietern?

Die Kellergroup folgt dabei klaren Planungsgrundsätzen: Ein System muss auf Wachstum vorbereitet und technologisch offenbleiben, unabhängig davon, welcher Hersteller, welche Software oder welches Konzept gerade im Trend liegt.

 

  1. Planung auf den Peak der Endausbaustufe

Einer der zentralen Grundsätze lautet: Planung orientiert sich immer am Peak, der maximalen Leistungsanforderung in der Endausbaustufe.

In der Praxis bedeutet das, dass Lager- und Logistiksysteme nicht für den Ist-Zustand, sondern für den Zielzustand dimensioniert werden. Unternehmen wachsen, Produktportfolios verändern sich, Absatzkanäle werden digitaler, eine Planung, die nur den aktuellen Bedarf abbildet, ist morgen schon zu klein.

Darum plant die Kellergroup konsequent vom Zielbild rückwärts: Wie sieht die maximale Auslastung in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren aus? Wie viele Aufträge, Artikelbewegungen oder Versandvolumina müssen in der Endausbaustufe bewältigt werden? Erst wenn diese Kennzahlen definiert sind, beginnt die eigentliche Konzeptarbeit.

Das bedeutet nicht, dass alles sofort gebaut wird, im Gegenteil. Die Flächen-, Materialfluss- und IT-Planung wird so angelegt, dass sie modular und skalierbar ist: Das System kann wachsen, ohne neu erfunden zu werden. So bleibt jede Investition langfristig wertbeständig und Erweiterungen werden zur logischen Fortsetzung, nicht zum Bruch.

Kurz gesagt: Wer heute für den Ist-Zustand plant, plant den Umbau von morgen. Wer auf den Peak plant, schafft Zukunftssicherheit.

 

  1. Herstellerunabhängigkeit als Prinzip

Der zweite zentrale Grundsatz lautet: Nie abhängig von einem einzelnen Technikhersteller planen.

In der Praxis der Logistikplanung ist dies ein entscheidender Erfolgsfaktor. Denn jeder Technikhersteller verfolgt eigene Interessen, Standards und Systemgrenzen, was im Projekt zu Abhängigkeiten, Restriktionen oder teuren Anpassungen führen kann.

Die Kellergroup verfolgt daher einen strikt herstellerneutralen Planungsansatz. Statt sich an die Vorgaben und Produktportfolio eines einzelnen Technologiepartners zu binden, werden Lösungen auf Basis des Marktdurchschnitts und technischer Schnittmengen entwickelt.

 m Mittelpunkt stehen die Anforderungen der Kunden mit ihren Leistungsparameter, Prozesslogiken und deren Zukunftsfähigkeit.

Erst wenn diese neutral geplanten Systeme feststehen, werden Anbieter in einem offenen Auswahlprozess hinzugezogen. So bleibt das Unternehmen entscheidungsfähig und unabhängig, kann Ausschreibungen objektiv gestalten und Preisvorteile nutzen.

Herstellerunabhängige Planung schafft außerdem technologische Resilienz: Wenn sich der Markt oder die Technologie verändern, bleibt das System anpassungsfähig, weil es auf Prinzipien, nicht auf Marken basiert.

Planung bedeutet Verantwortung, nicht Vertrieb. Wer herstellerneutral plant, plant für den Kunden, nicht für die Produktstrategie anderer.

 

Ganzheitliche Planung braucht beides

Die Verbindung beider Prinzipien, Planung auf den Peak und Herstellerunabhängigkeit, ist der Schlüssel zu nachhaltiger Logistikarchitektur. Sie sorgt dafür, dass Projekte strategisch, realistisch und zukunftssicher sind.

Eine Planung, die den Endausbau kennt, verhindert Überlastung und Nachrüstungschaos. Eine Planung, die herstellerneutral ist, schützt vor Abhängigkeiten und sichert Entscheidungsfreiheit. Gemeinsam bilden sie das Fundament einer skalierbaren, resilienten und wirtschaftlichen Logistikstrategie.

Die Kellergroup entwickelt deshalb Masterpläne, die Raum für Wachstum lassen und gleichzeitig auf Marktveränderungen reagieren können. Ob automatisiertes Lager, Materialflusssystem oder Flächenentwicklung, jede Planung ist modular, flexibel und unabhängig.

Der methodische Ansatz der Kellergroup

Der Planungsprozess folgt einer klaren Logik:

  1. Analyse und Zieldefinition: Verständnis der aktuellen Prozesse, Definition des zukünftigen Leistungsbedarfs (Peak-Szenario).
  2. Neutraler Systementwurf: Entwicklung eines Logistikkonzept an die Bedürfnisse des Kunden angepasst
  3. Schnittstellenorientierte Detailplanung: Feinplanung der Prozesse und der Logistiksysteme dabei Definition offener Systemgrenzen, die eine flexible Anbieterwahl ermöglichen.
  4. Auswahl und Bewertung verschiedener Anbieter, dabei stets im Auge, wie der Anbieter zum Kunden passt
  5. Skalierbare Umsetzung: Realisierung in sinnvollen Stufen, aber immer mit Blick auf den Endausbau.

Dieser Ansatz vereint technische Präzision mit strategischem Denken, ein Markenzeichen der Kellergroup.

Warum diese Grundsätze entscheidend sind

In der Praxis zeigt sich: Viele Logistikprojekte scheitern nicht an der Technik, sondern an fehlender Voraussicht oder zu früher Herstellerbindung. Ein Lager, das auf kurzfristige Parameter ausgelegt ist, lässt sich kaum ohne Aufwand erweitern. Ein System, das auf proprietären Schnittstellen basiert, ist nicht mehr kompatibel, wenn der Anbieter wechselt.

Die Grundsätze der Kellergroup vermeiden genau das. Sie sichern Flexibilität, Investitionsschutz und Zukunftsfähigkeit, in einer Zeit, in der Technologien, Märkte und Lieferketten sich schneller verändern als je zuvor.

Fazit

Gute Logistikplanung erkennt man daran, dass sie auch in zehn Jahren noch funktioniert. Sie denkt über den Tag hinaus, bleibt offen für technische Entwicklungen und ist nicht von Herstellern abhängig.

Darum gilt bei der Kellergroup: Wir planen für Menschen und Prozesse, nicht für Systeme. Technik folgt der Strategie, nicht umgekehrt.

Wer für den Peak plant, bleibt skalierbar. Wer herstellerneutral plant, bleibt unabhängig. Und wer beides kombiniert, schafft die Grundlage für nachhaltige, intelligente und zukunftssichere Logistiksysteme.

 

Kurzdefinition: Planungsgrundsätze

In der Logistikplanung gilt: Systeme müssen auf die maximale zukünftige Auslastung (Peak) ausgelegt und herstellerneutral geplant werden. So entstehen skalierbare, unabhängige und langfristig wirtschaftliche Lösungen.

MathieuMeyer Color