Lexikonbeitrag

Laufwege zu schmal?

Risiken, Ursachen und Optimierungsstrategien in der Lagerlogistik

Enge Laufwege im Lager sind ein häufiges, aber oft unterschätztes Problem in der Intralogistik. Zu geringe Abstände zwischen Regalen, Arbeitsbereichen oder Verkehrswegen führen nicht nur zu Sicherheitsrisiken, sondern beeinträchtigen auch die Effizienz und Prozessqualität.

Gerade in wachsenden Unternehmen, die ihre Lagerflächen intensiv nutzen, wird aus Platzmangel schnell ein strukturelles Problem. Die Kellergroup zeigt, wie durch gezielte Analyse, Neuplanung und moderne Lagertechnik aus Engpässen wieder effiziente und sichere Bewegungsflächen werden.

Was bedeutet „Laufwege zu schmal?“?

Unter zu schmalen Laufwegen versteht man Verkehrs- und Bewegungsflächen in Lager- oder Produktionsbereichen, die nicht den gesetzlichen Mindestanforderungen oder ergonomischen Richtlinien entsprechen.

Diese Flächen sind oft das Ergebnis von:

  • nachträglichen Flächenerweiterungen ohne Anpassung des Layouts,
  • unkontrolliertem Wachstum von Beständen,
  • veralteten Regalsystemen oder
  • ungenutztem Potenzial in der Flächenplanung.

Das Ergebnis: eingeschränkte Bewegungsfreiheit, höhere Unfallgefahr und sinkende Produktivität.

Rechtliche Grundlagen und Sicherheitsanforderungen

Die Gestaltung von Lauf- und Verkehrswegen ist in Deutschland gesetzlich geregelt, insbesondere durch:

  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
  • Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR A1.8 „Verkehrswege“)
  • DGUV-Vorschriften und Sicherheitsrichtlinien

Diese geben Mindestbreiten und Sicherheitsabstände vor:

  • Laufwege für Personen: mind. 0,875 m, empfohlen ≥ 1,00 m
  • Wege mit Transportmitteln (z. B. Hubwagen, Stapler): mind. 1,20 – 1,50 m
  • Kombinierte Wege (Fußgänger + Fahrzeuge): mind. 2,00 m

Unterschreitungen dieser Werte können zu Verstößen gegen Arbeitsschutzvorgaben, erhöhter Unfallgefahr und im Schadensfall zu haftungsrechtlichen Konsequenzen führen.

Typische Ursachen für zu enge Laufwege

  1. Flächenmangel durch Wachstum: Das Lager wird erweitert, aber die Verkehrsflächen bleiben unverändert.
  2. Falsches Regallayout: Zu dicht gesetzte Regale oder ungünstige Winkel schränken Wege ein.
  3. Fehlende Verkehrswegplanung: Laufwege sind historisch gewachsen, statt systematisch geplant.
  4. Unkontrollierte Materialflüsse: Zu viele Warenbewegungen auf zu engen Flächen führen zu Staus und Verzögerungen.
  5. Fehlende Lagerstrategie: Ohne klare Zonierung (z. B. Schnellläufer-, Puffer-, Kommissionierbereiche) werden Wege ineffizient genutzt.

 

Folgen von „Laufwege zu schmal?“

Enge Laufwege haben direkte Auswirkungen auf:

  • Sicherheit: erhöhte Unfallgefahr durch Kollisionen, Stolperstellen oder unklare Verkehrsführung.
  • Effizienz: längere Wegezeiten und geringere Durchsatzleistung.
  • Arbeitszufriedenheit: höherer Stressfaktor für Mitarbeitende, insbesondere in Stoßzeiten.
  • Kosten: Schäden an Ware, Infrastruktur oder Flurförderzeugen.

Aus Unternehmenssicht bedeutet das: geringere Produktivität bei steigendem Risiko.

 

Optimierungsstrategien bei zu schmalen Laufwegen

Das Kellergroup Consulting-Team verfolgt bei der Optimierung von Lagerwegen einen integrativen Ansatz aus Analyse, Prozessoptimierung und baulicher Planung.

  1. Ist-Analyse und Flächenaufnahme
    Ermittlung aktueller Wegestrukturen, Materialflüsse und Engstellen mittels 2D/3D-Flächenmodellen. Das Ergebnis: klare Visualisierung der Problemzonen.
  1. Neustrukturierung des Lagerlayouts
    Anpassung von Regalabständen, Verkehrswegen und Arbeitszonen nach ergonomischen und sicherheitstechnischen Richtlinien. Das Ziel: optimale Bewegungsfreiheit und klare Wegeführung.
  1. Einführung von Wegemarkierungen und Zonierungen
    Visuelle Führungssysteme (z. B. Bodenmarkierungen, LED-Wegleitsysteme) erhöhen Sicherheit und Übersicht. Gerade in Mehrschichtbetrieben hilft dies, Missverständnisse und Kollisionen zu vermeiden.
  1. Einsatz moderner Lagertechnik
    Technische Lösungen wie:
  • Schmalgangsysteme mit automatischer Führung,
  • Vertikallifte oder
  • Shuttle-Systeme ermöglichen mehr Lagerdichte bei gleichbleibender Sicherheit.
  1. Prozessoptimierung
    Durchflussorientierte Lagerstrategien (z. B. Ware-zur-Person-Prinzip) reduzieren unnötige Bewegungen und verkürzen Laufwege, auch bei begrenztem Platzangebot.
  1. Bauliche Anpassungen
    Wenn interne Maßnahmen ausgeschöpft sind, unterstützt die Kellergroup bei:
  • Lagererweiterung oder Umnutzung angrenzender Flächen,
  • Verlagerung von Funktionsbereichen,
  • Ausbau zusätzlicher Ebenen oder Mezzanine-Lösungen.

    Damit entstehen sichere, ergonomische und effiziente Lagerumgebungen, die zukünftiges Wachstum berücksichtigen.

 

Digitalisierung und Simulation

Mit digitalen Planungs-Tools lassen sich Engstellen nicht nur erkennen, sondern auch virtuell optimieren. Das Kellergroup Consulting-Team nutzt hierfür:

  • digitale Lagerlayouts,
  • Materialfluss-Simulationen,
  • 3D-Visualisierungen und
  • VR-Modelle zur Entscheidungsunterstützung.

So können verschiedene Layoutvarianten vor der Umsetzung getestet und die optimale Lösung identifiziert werden, sicher, effizient und kostenschonend.

 

Nachhaltigkeit und Ergonomie

Sichere und gut geplante Laufwege leisten auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit:

  • Reduktion von Unfällen und Ausfallzeiten,
  • geringerer Energieverbrauch durch effizientere Wege,
  • höhere Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeitenden.

Ein ergonomisch gestaltetes Lager bedeutet nicht nur Sicherheit, sondern auch Produktivität mit Verantwortung, ein zentraler Anspruch der Kellergroup.

 

Fazit

Zu schmale Laufwege sind kein kleines Problem, sondern ein strategischer Engpass. Sie beeinträchtigen Sicherheit, Effizienz und das gesamte Logistikkonzept. Mit einem durchdachten Zusammenspiel aus Analyse, Planung und Umsetzung schafft die Kellergroup moderne, sichere und leistungsfähige Lagerumgebungen.

Denn: Nur wer Raum für Bewegung schafft, schafft Raum für Wachstum.

Kurzdefinition: Laufwege zu schmal?

Der Begriff beschreibt unzureichend dimensionierte Verkehrs- und Bewegungsflächen in Lager- oder Produktionsumgebungen. Sie führen zu Sicherheitsrisiken, Effizienzverlusten und ergonomischen Problemen. Ziel ist die Optimierung durch Layout-Anpassung, Prozessplanung und Digitalisierung.