Lexikonbeitrag

Unterschied Regaltypen

Aufbau, Einsatzbereiche und Vorteile im Überblick

Das Regalsystem ist das Rückgrat jedes Lagers. Es bestimmt, wie effizient Fläche genutzt wird, wie flexibel Waren gelagert werden können und wie sicher Mitarbeitende arbeiten.

Doch Regal ist nicht gleich Regal: Je nach Lagerart, Warenstruktur und Umschlagshäufigkeit kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz. Die Kellergroup erklärt die wichtigsten Regaltypen, ihre Unterschiede und wie sie im modernen Lager sinnvoll kombiniert werden.

 

Was versteht man unter Regaltypen?

Unter Regaltypen versteht man die verschiedenen Konstruktions- und Funktionsarten von Lagersystemen, die zur Aufnahme, Lagerung und Kommissionierung von Gütern dienen. Die Auswahl des richtigen Regaltyps hängt ab von:

  • Art und Größe der Ware,
  • Gewicht,
  • Zugriffshäufigkeit,
  • Automatisierungsgrad,
  • und Gefahrgutklasse.

Ein durchdachtes Regalkonzept ist daher der Schlüssel zu Effizienz, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.

 

Überblick der wichtigsten Regaltypen

  1. Fachbodenregal
    Einsatz: Klein- und Kleinteilelager, manuelle Kommissionierung.
    Die Merkmale sind:
  • klassische, flexible Bauweise, meist aus Stahl.
  • Traglast pro Fachboden: 100–350 kg.
  • ideal für leichte bis mittelschwere Güter, Kartons oder Werkstattbedarf.

    Vorteile:

  • einfache Montage und Erweiterung,
  • direkter Zugriff ohne Hilfsmittel,
  • vielseitig kombinierbar (z. B. mit Schubladen oder Boxen).

    Nachteile:

  • begrenzte Tragkraft,
  • wenig automatisierbar.
  1. Palettenregal
    Einsatz: Industrie- und Distributionslager, Transport- und Versandlogistik.
    Die Merkmale sind:
  • für Europaletten und Gitterboxen,
  • Traglast: 800–1.200 kg pro Palette,
  • befahrbar mit Gabelstaplern.

    Vorteile:

  • direkter Zugriff auf jede Palette,
  • hohe Flexibilität,
  • einfache Anpassung an Paletten- & Lagerhöhe.

    Nachteile:

  • Flächenbedarf durch Gassen,
  • geringere Raumausnutzung als bei kompakten Systemen.
  1. Durchlaufregal (FIFO-Regal)
    Einsatz: Lager mit hoher Umschlagshäufigkeit oder zeitkritischen Waren (z. B. Lebensmittel, Automotive).
    Die Merkmale sind:
  • Regale mit leicht geneigten Rollenbahnen,
  • automatischer Nachschub durch Schwerkraft,
  • Trennung von Ein- und Auslagerseite.

    Vorteile:

  • first-in-first-out-Prinzip (FIFO),
  • hohe Dynamik, kurze Wege,
  • ideal für Serien- und Linienversorgung.

    Nachteile:

  • höhere Investitionskosten,
  • eingeschränkte Flexibilität bei Artikelvielfalt.
  1. Einfahr- und Durchfahrregal (LIFO-Regal)
    Einsatz: Lager mit großen Mengen gleicher Artikel.
    Die Merkmale sind:
  • kompakte Bauweise mit tiefen Kanälen,
  • Fahrzeuge fahren in Regalgänge ein, um Paletten abzustellen oder zu entnehmen.

    Vorteile:

  • sehr gute Raumausnutzung,
  • ideal für große Losgrößen oder Pufferzonen.

    Nachteile:

  • kein direkter Zugriff auf jede Palette (Last-in-first-out),
  • höherer Aufwand bei Warenrotation.
  1. Kragarmregal
    Einsatz: Langgutlager (z. B. Rohre, Balken, Holz, Profile).
    Die Merkmale sind:
  • offene Bauweise mit auskragenden Armen,
  • je nach Ausführung ein- oder doppelseitig nutzbar.

    Vorteile:

  • optimal für sperrige Güter,
  • flexibel anpassbar in Höhe und Tiefe.

    Nachteile:

  • nur bedingt für Paletten geeignet,
  • manuelle Handhabung oft erforderlich.
  1. Hochregal und automatisiertes Kleinteilelager (AKL)
    Einsatz: Hochdichte Lager mit automatisierten Prozessen.
    Die Merkmale sind:
  • Höhe: 12–45 m,
  • Ein- und Auslagerung über Regalbediengeräte oder Shuttles,
  • Integration in WMS- und Fördertechniksysteme.

    Vorteile:

  • maximale Raumausnutzung,
  • hohe Geschwindigkeit und Genauigkeit,
  • reduzierte Personalkosten.

    Nachteile:

  • hohe Investitionskosten,
  • komplexe Instandhaltung.
  • Nicht so einfach anpassbar
  1. AutoStore (Cube-Storage-System)
    Einsatz: Hochverdichtetes Kleinteilelager mit sehr hoher Kommissionierleistung, z. B. im E-Commerce, Ersatzteillager, Pharma oder Retail.
    Die Merkmale sind:
  • würfelförmiges, modular aufgebautes Lagersystem aus Aluminiumrahmen,
  • Lagerung von Waren in standardisierten Kunststoffbehältern (Bins),
  • Roboter bewegen sich auf der Oberseite des Systems und übernehmen Ein- und Auslagerung,
  • Arbeitsplätze (Ports) für Kommissionierung und Wareneingang,
  • nahezu vollständige Nutzung der Lagerfläche und -höhe.

    Vorteile:

  • sehr hohe Raumausnutzung (bis zu 95 % der Fläche),
  • hohe Kommissioniergeschwindigkeit und Skalierbarkeit,
  • gutes Goods-to-Person-Prinzip,
  • geringer Energieverbrauch,
  • hohe Systemsicherheit durch Redundanz der Roboter.

    Nachteile:

  • hohe Investitionskosten,
  • nur für standardisierte Behältergrößen geeignet,
  • begrenzte Flexibilität bei sehr großen oder schweren Artikeln,
  • Systemabhängigkeit vom Hersteller.

Unterschied Regaltypen im Überblick

Regaltyp Zugriffsart Flächenausnutzung Eignung für Automatisierbar
Fachbodenregal manuell mittel Kleinteile
Palettenregal Staplerbetrieb mittel Palettenware ⚪ bedingt
Durchlaufregal automatisch (FIFO) hoch Serienartikel
Einfahr-/Durchfahrregal Staplerbetrieb sehr hoch Massenartikel ⚪ bedingt
Kragarmregal manuell / Stapler hoch Langgut
Hochregal / AKL automatisiert maximal Mischlager, E-Commerce ✅✅

 

Wie wählt man den passenden Regaltyp aus?

Die Wahl des richtigen Regaltyps hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Lagerstrategie (z. B. FIFO, LIFO, chaotisch oder statisch),
  • Artikelstruktur (Größe, Gewicht, Form),
  • Zugriffshäufigkeit,
  • Automatisierungsgrad,
  • Investitions- und Wartungsbudget.
  • Brown- oder Greenfield-Betrachtung

Unser Consulting-Team analysiert Lagerlayouts, Materialflüsse und Umschlagshäufigkeiten, um daraus die optimale Regalstruktur zu entwickeln, oft in Kombination verschiedener Systeme („hybride Lagerlösungen“).

 

Digitalisierung und Flexibilität

Moderne Lagerverwaltungssysteme (WMS) spielen bei der Auswahl und Steuerung von Regalsystemen eine entscheidende Rolle. Sie ermöglichen:

  • chaotische Lagerverwaltung für bessere Ausnutzung,
  • digitale Platzvorschläge basierend auf Artikelgröße, -gewicht und Zugriffshäufigkeit,
  • automatische Bestandsführung und Auslastungsanalyse.

So können selbst klassische Regalsysteme digital gesteuert und effizienter genutzt werden.

 

Nachhaltigkeit in der Regalsystemplanung

Nachhaltige Lagerkonzepte setzen auf:

  • langlebige, modulare Regalsysteme,
  • recycelbare Materialien (Stahl, Aluminium),
  • energieeffiziente Lagertechnik,
  • flexible Nutzung über den gesamten Lebenszyklus.

Die Kellergroup plant Regalanlagen so, dass sie auch zukünftiges Wachstum, Technologiewandel und ökologische Standards berücksichtigen.

 

Fazit

Die Wahl des richtigen Regaltyps ist eine strategische Entscheidung. Sie beeinflusst nicht nur den Materialfluss, sondern auch Energieverbrauch, Arbeitssicherheit und Wirtschaftlichkeit.

Mit ihrer Kombination aus Consulting-Kompetenz und operativer Logistik-Erfahrung begleitet die Kellergroup Unternehmen bei der Analyse, Planung und Umsetzung passgenauer Regalsysteme, vom Fachbodenregal bis zum automatisierten Hochregallager.

Kurzdefinition: Unterschied Regaltypen

Regaltypen unterscheiden sich nach Bauweise, Funktion und Einsatzbereich. Sie reichen vom einfachen Fachbodenregal bis zum vollautomatisierten Hochregal. Die Wahl hängt von Ware, Prozessstruktur und Automatisierungsgrad ab.